
Eine reinrassige Sportmaschine, wie es der Name SFC verlangt.
Im Jahre 2001 wurde die Marke LAVERDA - zusammen mit Moto Guzzi - von Aprilia übernommen. Auf der Motor Show 2002 in Bologna wurde dann eine neue, reinrassige Sportmaschine vorgestellt, die LAVERDA 1000 SFC, welche in der eingeschworenen Laverdagemeinde sehr stark polarisierte. Auf der einen Seite ein geniales, eigenständiges Design, gepaart mit viel oranger Farbe und wundervoll gestalteten Frästeilen aus Aluminium. Jedes Bestandteil kommt als eigenes, kleines Kunstwerk daher. Die leicht hervorstehenden, runden Doppelscheinwerfer und das runde Rücklicht sind klar an das Design der 750 SFC und der V6 Rennmaschine aus den 70er Jahren angelehnt. Die Auspuffanlage mit den schrägstehenden und leicht geknickten Töpfen heben sich deutlich ab von den zu dieser Zeit sich verbreitenden Underseat-Exhausts à la Ducati 916. Die Fahrwerksteile sind ebenfalls vom Feinsten: Öhlins-Fahrwerk, geschmiedete Marchesini Leichtmetallräder und die damals ultramoderne radiale Befestigung der Bremszangen von Brembo. Das Rückgrat war ein Gitterrohrrahmen aus WIG-geschweisstem Chrom-Molybdänstahl, kombiniert mit gefrästen Leichtmetallplatten. Die LAVERDA-Fans bekamen leuchtende Augen und machten sind Gedanken über ihren Kontostand. Auf der anderen Seite aber dann der Motor! Einen für LAVERDA traditionellen Dreizylinder Reihenmotor oder einen Zweizylinder-Paralleltwin suchte man leider vergeblich. Stattdessen erblickte man den bekannten Rotax-V2, der in allen grossen Aprilias für den Vortrieb sorgt. Nichts gegen diesen unbestritten sehr guten Motor, aber ein V2 in einer LAVERDA führte bei den Laverdisti dann doch eher für lange Gesichter. Aprilia war aus verständlichen Gründen offenbar nicht in der Lage, eigens für dieses Motorrad einen neuen Motor zu entwickeln. Scheinbar räumten die Verantwortlichen von Aprilia diesem Motorrad dann auch keine grosse Marktchance ein und so bleibt diese 1000 SFC ein Traum!
Text: Thomas Amiet